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Neubaufeuchte – vom Traum zum Albtraum?

Der Traum vom Eigenheim erfüllt sich – die Bauzeiten verkürzen sich zunehmend und um weitere Mietkosten zu sparen, soll ebenfalls so schnell wie möglich der Neubau bezogen werden. 

Dies birgt jedoch ebenfalls ein erhöhtes Risiko der Neubaufeuchte die sich im Mauerwerk, in Poren und Fugen sammelt. Diese zeigen sich oftmals durch feuchte Raumecken oder sogar Schimmel in den Innenräumen.

Diese teuren Folgeschäden können jedoch mit Berücksichtigung weniger, aber wichtiger Informationen vermieden werden und sorgt für ein stressfreies und vor allem gesundes Wohnen.

Was ist die Neubaufeuchte und wodurch wird sie verursacht?

Innerhalb eines Bauprozesses werden, je nach Bauweise, etwa 100 Liter Wasser pro Quadratmeter Wohnfläche in einen Neubau eingebracht. Dies ist jedoch nur ein grober Orientierungswert, da dieser anhand von verschiedenen Bauweisen (z.B. Massiv, Fertighaus, Holzständerwerk, Trockenestrich, usw.) abhängig ist. Beim Bau eines Massivhauses wird in der Regel mehr Wasser zur Anmischung von Beton, Mörtel und Estrich verwendet, als bei einem Fertighaus oder Elementhaus.

Grundsätzlich kann man sich jedoch bei vielen Arbeiten wie beispielsweise beim Estrich oder Putz, zwischen einer trockenen oder einer feuchten Variante entscheiden.

Anhand solcher Bauweisen kann die Feuchtigkeitsmenge im Neubau beeinflusst werden. Jedoch spielen auch weitere Faktoren eine Rolle, wie z.B. Witterung im Bauprozess, Aufstellen des Dachstuhls mit Eindeckung bzw. Abdichtung des Flachdaches, Inbetriebnahme der Heizung bzw. Bautrocknung, Füll- und Spülprozesse bei der Anlagentechnik, ggf. eine Havarie in der Gebäudetechnik, usw.

Was ist also zu beachten und was kann man selbst beitragen?

Vor dem Einzug:

Bei der Projektierung sollte zunächst die Trocknungszeit des Neubaus mit eingeplant werden. Dabei können professionelle Bautrockner helfen, die Neubaufeuchte aus den Wänden zu bekommen, ohne weitere Bauschäden, wie beispielsweise Risse im Putz, zu verursachen.

Bevor der Neubau bezogen wird, sollte eine sorgfältige Bauabnahme eines Fachmannes erfolgen, die ebenfalls den Trocknungsgrad des Mauerwerks beinhaltet.

Ebenfalls sollte auf dampfdichte Tapeten und Anstriche verzichtet werden, damit die Feuchtigkeit aus den Wänden abweichen kann.

Auch sollte bzw. muss eine CM-Messung (Restfeuchte im Estrich) vor dem Verlegen des Bodenbelags wie z.B. Fliesen, Parkett, Kork, usw. durchgeführt werden. 

Die Spülung, Befüllung und Inbetriebnahme der Haus- und Gebäudetechnik wie z.B. Heizungsanlage, Versorgungsinstallation, Bäder, Hebepumpen im Kellergeschoß, Rückstausicherungen, Entwässerungseinrichtungen, Trink- und Brauchwasserinstallation und vor allem Sicherheitsarmaturen sollte gewährleistet, dokumentiert und schon einige Tage zurück liegen. Hier entstehen die meisten und kostspieligsten Schäden.

Die Dachentwässerung muss am Kanal angeschlossen sein oder zumindest ein Ablauf ohne Gefahren der Überflutung hergestellt werden. Auch hier kommt es durch Öffnungen im Bau oder Fenster immer wieder zum Eindringen von Niederschlägen über die nicht fertiggestellt Außenanlage bzw. Entwässerung wie Rinnen, Abläufe, Lichtschächte, usw.

Nach dem Einzug:

Der Eigentümer kann den Trocknungsprozess des Neubauspositiv beeinflussen und somit der Schimmelbildung vorbeugen.

Wichtig hierfür ist, dass die Luftfeuchtigkeit nicht über 60 Prozent im Innenraum aufweist. Dies kann mithilfe eines Hygrometers oder einer Messung durch Fachleute bestimmt werden.

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit im Innenraum kann ein elektrischer Entfeuchter schnelle Abhilfe leisten.

Um die Luftfeuchtigkeit so gering wie möglich zu halten, ist das konstante Heizen und abwechselndes Stoßlüften mehrfach am Tag notwendig.

Ebenfalls sollten keine geschlossenen Möbel direkt an Außenwänden stehen, Regale nicht vollständig und bis zur Decke zugestellt werden und auf Wandverkleidungen und zunächst auf großformatige Bilder verzichtet werden.

Um die Hinterlüftung hinter Möbeln zu gewährleisten, sollte ein Abstand von mind. 10 Zentimetern zur Wand eingehalten werden.

Es sollte zusätzlich luftfeuchtigkeitsbegünstigtes Verhalten wie beispielsweise Kochen ohne eingeschaltete Dunstabzugshaube, langes Duschen mit geschlossenem Fenster oder nasse Wäsche zum Trocknen in Wohnräumen vermieden werden.

Bis die Neubaufeuchte ausgetrocknet ist, braucht es in der Regel drei Heizperioden (3 Winter), jedoch weisen Häuser nach Bautrocknung eine naturgemäße Restfeuchte – die unbedenklich ist – auf und ohne weitere Maßnahmen etwa ein Jahr zum Austrocknen bedarf.

In dieser Zeit werden oftmals harmlose Risse in Decken, Wänden, Fenstersturz oder in Fliesen gefunden (siehe Foto. 2), die meist durch die Trocknung und den Schwund in Beton, Putz und Estrich verursacht werden. Gerne werden diese auch mal mit Setzrissen verwechselt. Meist treten diese Risse einmalig auf und sollten zunächst einige Zeit beobachtet und dokumentiert werden. Wenn nach einigen Monaten keine Veränderung wahrzunehmen ist, kann man die Risse fachgerecht überarbeiten und wie Flächen oder Fugen wieder herstellen.

Wir sind ein Team aus langjährigen und praxiserfahrenen Experten und helfen Ihnen gerne bei Fragen zum Thema Neubaufeuchte oder Feuchtschäden. Auch bei Problemen und Diskussionen mit Ihren Haustechnikunternehmen können wir Sie unterstützen und moderieren.

Wir sind gerne für Sie da …

Bilder: Kritzer Consult

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